Was uns das automatische Ja-Sagen wirklich kostet

Wir sagen Ja, ohne vorher ins uns hinein zu hören. Ja zur Freundin, die Hilfe braucht. Ja zum Kinoabend, obwohl wir eigentlich kaputt sind. Ja zu "wir machen das an den Feiertagen wie immer", obwohl sich in uns längst etwas anderes regt.
Was dabei oft übersehen wird: Dieses automatische Ja hat einen Preis. Nicht sofort sichtbar, aber spürbar – in unserem Körper, unserer Zeit, unserer Stimmung.
Der Preis in Zeit
Eine Freundin braucht am Samstag Unterstützung, wir sagen zu – klar, gerne. Was dabei untergeht: der eigene Haushalt, der liegen bleibt. Die Wäsche, der Einkauf, das Aufräumen, das Putzen – alles verschiebt sich auf Sonntag, den Tag, an dem wir uns eigentlich Me-Time gönnen wollten. Aus "ich helfe kurz" wird "ich habe jetzt noch einen ganzen nächsten Tag Nacharbeit vor mir.“ Und einhergehend höchstwahrscheinlich auch der zugehörige mentale Stress, der ausgelöst wird durch den Gedanken: „ich habe nur einen Tag in der Woche wirklich Zeit für mich… und den muss ich nun diese Woche in den Haushalt investieren. Shit!“
Der Preis in Erholung
Samstagabend. Die Woche war wieder die Hölle: Überstunden, Termine, Meetings am laufenden Band. Der Körper meldet sich deutlich: Ich brauche Ruhe. Aber der Kinoabend mit den Freundinnen steht schon fest, lange geplant. Wir spüren genau, dass es heute nicht das Richtige ist – und gehen trotzdem hin. Nicht, weil wir wirklich wollen, sondern weil Nein-sagen sich schwerer anfühlt als die eigene Erschöpfung zu ignorieren. Der Schlaf, den der Körper gebraucht hätte, ist dahin. Die Erholung auch. Und ganz ehrlich: Der Kinoabend hält auch nicht, was er versprochen hat. Wie sollte er auch? Wir sind ja einfach froh, wenn er vorüber ist und wir endlich ins Bett fallen dürfen.
Der Preis in Vorfreude (und damit in Energie)
Und dann gibt es diesen einen Moment, der sich jedes Jahr Ende Dezember wiederholt:
das Ende der Weihnachtsfeiertage.
Die einen denken: "Ich freu mich schon auf nächstes Jahr – es war genau so, wie ich es mir gewünscht hatte."
Die anderen denken: "Gott sei Dank ist der Trubel vorbei. Ich bin fix und fertig und froh, dass es wieder ein Jahr bis zu den nächsten Weihnachtsfeiertagen dauert."
Hier entscheidet sich, mit welcher Energie wir ins nächste Jahr starten.
Ist es gute Energie, weil wir erholt, aufgeladen und voller Tatendrang sind?
Oder ist es eher schlechte Energie, da wir uns von den Feiertagen, die eigentlich zur Erholung dienen sollten, ausgelaugt, überfordert und müde fühlen?
Natürlich entscheidet das auch darüber, in welcher Energie wir im nächsten Jahr in die Weihnachtszeit starten und ob wir hier Vorfreude empfinden oder uns lieber vorher in den Winterschlaf verkrümeln würden.
Der Unterschied zwischen beiden Situationen?
Nicht die Feiertage selbst. Sondern wie viel eigene Stimme in der Planung der Feiertage etwas zu sagen hatte.
Was das eigentlich bedeutet
All diese Beispiele haben eines gemeinsam: Es geht nicht darum, ständig Nein zu sagen oder andere zu enttäuschen. Es geht darum, das eigene Ja bewusst zu wählen – und genauso bewusst auch mal Nein sagen zu dürfen, ohne sich danach schuldig zu fühlen.
Denn was wir oft vergessen:
Ein JA hat nur dann wirklich eine Bedeutung, wenn dem auch ein NEIN entgegensteht.
Ein JA ohne NEIN ist bedeutungslos.
Gerade jetzt, wo bald die Vorweihnachtszeit beginnt, wird dieses Muster oft nochmal verstärkt: Traditionen, Erwartungen, volle Terminkalender. Niemanden enttäuschen wollen. Automatisches Ja-Sagen. Und dabei selbst auf der Strecke bleiben.
Du wünscht dir Unterstützung dabei, NEIN mehr in dein Leben einzuladen, um deine Zeit, deine Energie und deine Wünsche zu schützen und dafür zu sorgen, dass diese auch von anderen respektiert werden?
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14 Tage, um genau dieses bewusste Ja (und Nein) wieder zu lernen.
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Dieser Artikel ist ursprünglich auf LinkedIn erschienen.



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